Die Lebenden denken, dass nur wir ihnen helfen können. Aber das stimmt gar nicht, euer Tun und Handeln hilft auch uns!


Ich bitte meinen Guide, mich mit Arthur zu verbinden. Seine Tochter Anneliese bittet um diesen Kontakt.

Er kommt sehr schnell, die Tür öffnet sich und er betritt den Raum in der Gestalt eines Mannes um die 40.
Arthur ist ausgesprochen gut angezogen. Ein grauer Anzug, ein weißes Hemd, eine silbergraue Krawatte mit blauen Streifen. In der Hand hält er einen Strauss rosa Rosen, es sind diese vollen Rosen, sie duften wunderbar und schauen aus, als wären sie aus einem Garten. Er lächelt, legt die Blumen auf meinen Schreibtisch:

A: Für Anneliese, sie weiß, warum.

Er zieht die etwas schiefsitzende Krawatte gerade, schaut sich um, schaut kurz durch das Verandafenster, als suche er etwas, dann wendet er sich wieder mir zu.

A: Darf ich mich setzen?!
(Das klingt nicht schüchtern, sondern so, als ob er mich auf den Fehler mangelnder Höflichkeit aufmerksam machen wolle.)

U: Oh, bitte! Natürlich, setzt dich doch bitte!

Das tut er, er zieht an den Hemdaufschlägen, überprüft den Sitz der in Gold und Perlmutt ausgelegten Manschettenknöpfe, dann legt er seine Hände ruhig in den Schoß.

A: Vielleicht sollten wir nicht zu persönlich werden?

U: Du magst nicht von mir geduzt werden?

A: Im Grunde ist mir das heute einerlei, aber vielleicht der Deutlichkeit wegen…

U: Aber ich muss mit dir sehr vertraut sein, um dich zu verstehen, Distanz macht mir meine Arbeit sehr schwierig…

A: Unter diesem Aspekt stimme ich natürlich zu.

U: danke, Arthur.

Er verändert das Umfeld. Wir sitzen jetzt auf einer Terrasse, ein kleiner Garten, blühende Rhododendren kann ich erkennen, ein ziemlich großer Baum, der Schatten wirft, das Haus hinter mir wirkt wie eines dieser bungalowartigen Immobilien, der späten Fünfziger Jahre, alles ist schon ein wenig “abgelebt“.
Arthur ist jetzt älter, das Haar silberfarben. Er hat eine Brille auf und studiert eine Zeitung, auf der Seite, die er liest, sind politische Nachrichten und ein Börsenteil, dann legt er Brille und Zeitung auf den Tisch, ein Zigarettenetui aus Silber liegt dort, mit einem schwungvoll ziselierten Buchstaben, ich bekomme immer wieder ein B., weiß aber nicht, ob ich mich da irre…
Dann steht er auf, geht ins Haus, kommt mit einer Teekanne wieder heraus, schenkt ein und nimmt eine ziemlich große, weiße Tablette.
An mich gewandt, sagt er:
A: Der Magen, das war so eine Sache, möchtest du Zucker? Meine Frau ist leider nicht hier.

U: nein, danke…

Wieder steht er auf, geht zu einem Rosenbeet, von hierher scheinen also die Rosen zu kommen, er bindet Zweige an. Obwohl er jetzt legerer gekleidet ist, (keine Krawatte, kein Sakko) wirkt er immer noch penibel gut angezogen.

U: Ist das der Platz, an dem du heute im Jenseits lebst?

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